Nur mal so…

Moin liebe Gartenfreunde

Ich muß da mal was loswerden. Inspiriert und „Mut-gemacht“ auch von dem kürzlich veröffentlichten Text eines Vorstandskollegen eines Nachbarvereins.

Warum Mut-gemacht? …werden sich evtl ein paar von euch fragen. Wozu braucht es Mut einen Text zu schreiben, vor allem wenn man „Vorstand“ ist…

“die machen doch eh was sie wollen“?

Nun, nein, erstens ist dem nicht so, ….

„die“ machen einzig das wozu ihr sie gewählt habt…zum Wohle des Vereins.

Die stehte Ballance zwischen „every bodys darling“ was Einige anscheinend   erwarten, was aber neben schlechter Vereinsführung auch den endgültigen Ausverkauf des eigenen Seelenlebens in  solch einem Amt bedeuten würde,  und Umgang mit den Dialogverweigerer finden…hinterherbetteln, Ringen um Dialog mit den Mitgliedern, oft genug gefühlt allein.

Und zweitens ist ein solches Amt mit mehr verbunden als mit der Amts-Etikettierung, nämlich mit ganz alltäglicher Arbeit und dem Einsatz um eine gelingende Gemeinschaft… im Rahmen von vorgegebenen Sachzwängen.

„Die“ versuchen Wogen zu glätten, zu vermitteln, zu erklären…heutzutage in einem Umfang, der bei den meisten gut geführten Vereinen weit den eines Hobbys überschreitet und sich in der Nähe einer Vollzeitstelle bewegt.

„Die“ müssen sich ehrenamtlich und mit vollem Einsatz ihrer privaten Zeitressourcen informieren und auf dem neusten Stand halten in Sachen heutiger Anforderungen an eine moderne Verwaltung, Gesetzesneuerungen verfolgen, begreifen UND anwenden, Verfahrenswege kennen und einhalten im Umgang mit Behörden…wohlgemerkt zum Wohle des Vereins.

Sie müssen bestens informiert und fit sein über eine große Sachthemenbreite, angefangen von der Anwendung von rechtlich vorgeschriebenen Konzepten zu Datenschutz und IT-Management im Verein über Fragen zum Gartenbau, Tiefbau, Gebäudemanagement, in denen man sich zumindest soweit auskennen sollte, dass man weiß wo Hilfe von aussen nötig ist und wer dann jehweilig möglicher Ansprechpartner ist…bis zu Themen wie Kommunikation , Moderation, Selbstreflexion und Teamstrukturen.

Vorstandsarbeit ist kein Mackerjob sondern schlicht feinfühlige Verwaltungsarbeit.

Das ist kein Job für nebenbei, nach Feierabend, das macht man ganz oder gar nicht…und oft genug an der Grenze dazu, davon aufgefressen zu werden wenn man es nicht schafft genügend auf sich selbst zu achten und ein Team um sich zu haben was es versteht, das Amt nicht als Bühne für die eigene Selbstinszenierung zu begreifen sondern als Chance mit und für Andere etwas zu bewegen.
Die hierzu nötige Konflikt- und Kompromißfähigkeit bringt nicht jeder mit, aber..das Hoffnungsvolle dabei…man kan sie lernen.

Wir tun gut dran eine lebendige Debattenkultur zu entwickeln die immer gewahr bleibt, kein persönliches Porzellan zu zerschlagen, die den Anderen in seinem Anders-Sein achtet und sich stehtig an der Sachebene orientiert.

Emotionen will ich hier nicht ihre Wichtigkeit absprechen, aber das ungefilterte ausagieren Selbiger am jehweils Anderen, beispielsweise dem , der uns gerade widerspricht…evtl auch im Rahmen seines von euch gewählten Amtes widersprechen muß, belastet die Kosten-Nutzen-Rechnung für die gesammte Gemeinschaft enorm.

Ein gut geführter Verein kann und soll stolz in der Öffentlichkeit stehen, stolz auf seine Mitglieder und deren Leistungen und auf deren Gemeinschaft, nicht versteckt, in einer Niesche gerade eben mal so existierend, peinlich berührt vom Licht des öffentlichen Interesses…das auch beabsichtigt die Gemeinnützigkeit von Vereinen.

Der Vorstand, das sind auch Menschen.
Menschen aus der Basis des Vereins die den Mut hatten, sich nicht weiter zu verstecken, sondern öffentlich, auch vereinsintern öffentlich zu dem zu stehen was sie tun, die mittendrin stehen, überall wo es ein wenig klemmt im Vereinsgetriebe wird als erstes der Fokus auf sie gerichtet.
Ein Vorstand der sich bei jedem beliebt macht kann kein Vorstand sein, spätestens da sollten die Mitglieder genauer hinschauen wenn ihnen etwas an „ihrem“ Verein liegt.

Das muß man aber auch erstmal aushalten, denn es beinhaltet auch immer ein Ohr am „Puls des Vereins“ zu haben, mit den unmöglichsten Gerüchten konfrontiert zu sein, meist über Dritte, so das man nicht direkt drauf reagieren kann, man oft genug keine Ahnung hat um was es wirklich geht, wenn es wirr und widersprüchlich bleibt, hauptsache „dagegen“ , wenn es längst nicht mehr um die Sache geht, sondern um ein diffuses „ihr da oben seid scheiße“, um „Töne“ , persönliche Beleidigtheiten bis zu feigen Angriffen hinterm Rücken,  zusätzlich verzerrt durch die Übermittlung durch Dritte oder vage Andeutungen ohne das die Chance zur konkreten Aussprache genutzt wird.

Und ich bin ehrlich, manchmal habe ich wirklich Angst vor dem was hier hinter den Kulissen passiert, frage mich, ob ich nicht sinniger Weise meine Energie woanders hinein stecken sollte als sie zum plattrampeln preiszugeben.

Hierbei will immer wieder abgewogen werden, ob es Sinn macht, überhaupt darauf zu reagieren… „wenn mir wer was nicht direkt sagt hat er mir wohl nix zu sagen“…mit der Gefahr eine sich hochschaukelnde Stimmung die ihren Ausgang evtl in Nichtigkeiten oder Mißverständnissen hat zu spät aufzugreifen um sie zu deeskalieren.

Es ist das Abwägen zwischen dem was mir nicht direkt begegnet, und dem ich aus meinen eigenen Befürchtungen zu viel Wichtigkeit gebe einfach durch dessen „Lautheit“… ja, auch Stille und Nicht-miteinander-reden kann laut sein ..und dem was die Mehrheit hofft und wünscht und was für den gesammten Verein gesund ist

Wohlgemerkt..die  betroffenen Vorstandsmitglied sind auch Menschen, die das trifft, die das auch selbst erstmal verarbeiten müssen, Angriffe hinter ihrem Rücken und vergiftete Stimmung derweil sie sich in ihrer täglichen Arbeit mit Verlaub den A…aufreißen um zum Wohle aller zu handeln und eine Menge Zeit, Liebe und auch meist eigenes Geld in den Verein steckt.

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Nebenbei…seid froh wenn es sie trifft. Also wenn sie „menschlich“ sind. Ein Vorstand der vollständig über so etwas steht, dem es am ….selbigen…vorbeigeht was an Stimmung im Verein entsteht, der sollte euch wachrütteln, alarmieren, denn dem werden eure Belange und das Wohl des Vereins genauso gleichgültig sein.

Was hierbei am meisten leidet und untergeht sind die Stillen, die,  denen am guten Gelingen des Vereins gelegen ist, die sich aber nicht in den Vordergrund drängen und den Lauten machen, sondern meist vollkommen ohne Aufheben um ihre Person den Verein mittragen und Entscheidungen aus mehr als nur ihrer eigenen Perspektive betrachten.

Letztlich ist ein Verein, unser Verein eine urdemokratische Gemeinschaft

Es gibt legitime demokratische Wege und Möglichkeiten sich an der Entscheidungsfindung im Verein zu beteiligen…zugegeben, außer bei der Stimmabgabe bei Wahlen und der Teilnahme an Stimmungsmache ist diese Einflussnahme mit großem persönlichem Engagement verbunden, welches vorrangig auch erstmal Informiertheit über das Gesammtgeschehen und die bemängelten Entscheidungsgrundlagen voraussetzt.

Letztlich geht es darum, was wollt ihr, was wollen die Mitglieder, also die Gemeinschaft, was ist der Willen aller, der Konsens für das gute Gelingen des Vereinslebens und seiner Belange. Nichts anderes.

Was ich tun kann ist nur ein Angebot, wer es meint besser machen zu können soll sich wählen lassen in dem Bewußtsein was eine solche Amtsübernahme bedeutet an Engagement und Zeitaufwandt und selbst gewissenhaft für den Verein arbeiten.

So wünsche ich uns allen einen tollen Herbst 2019 und eine gelingende Versammlung, liebe Grüße Christiane