Kleingärtner und Corvid-19

quelle: https://www.kleingarten-sh.de/downloads/375/Ausgangssperre.pdf?1584715132

Wir haben, wie wohl viele Kleingärtnervereine, einen hohen Altersdurchschnitt bei den Pächtern. Und genau die Älteren sind die Hauptbetroffenen eines schwereren Covid-19-Krankheitsverlaufes lt WHO, denen nun viele gesundheitserhaltenden Maßnahmen durch die Epidemie weggebrochen sind. Ihnen fehlen jetzt Möglichkeiten zu Sport ebenso wie all die geselligen Veranstaltungen und Aktivitäten, die beim Menschen als soziales Wesen nachweisbar einen enormen immunologischen Effekt haben. Gleichzeitig gehört diese Gruppe zu den Menschen mit erhöhtem Risiko, was einen schweren Verlauf einer Corvid-19-Infektion betrifft, da bei dieser Altersgruppe meist Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und andere Vorerkrankungen wahrscheinlich sind.

Viele Möglichkeiten, einen gesundheitsbewussten Alltag zu gestalten, sind derzeit reduziert oder fallen sogar gänzlich weg. Dies können Kleingärtner teilweise mit den  jetzt im Frühjahr notwendigen Arbeiten im Kleingarten kompensieren.

Darum halten wir es für umso wichtiger, die verbliebenen Möglichkeiten nicht weiter einzuschränken. Dieses vor allem auch gerade dann, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen Restriktion und  Abflachung der Infektionskurve mehr als unwahrscheinlich ist. Für die betroffenen Kleingärtner erstrecken sich die Folgen einer Ausgangssperre gerade jetzt im Frühjahr auf das gesamte (Garten)Jahr, gerade auch was Erntemöglichkeiten im Garten angeht.

Sämtlichen bundesweiten Schutzmaßnahmen, die derzeit angewendet werden, liegt zugrunde, dass sie „geeignet sein müssen“, den gewollten Effekt herbeizuführen (hier Verlangsamung der Ausbreitung von Corvid-19). Wir schließen uns dieser Argumentation an und sagen, dass die kleingärtnerische Bewirtschaftung geeignet ist, unter Einhaltung der aktuellen Vorschriften, die Gesundheit vieler zu schützen und zu bewahren.

Bei der Betätigung im Kleingarten bleiben die Kleingärtner  unter sich. Jeder bewirtschaftet seine Parzelle, die groß genug ist, um die vorgeschriebenen Abstände zu seinen Nachbarn einzuhalten. Wenn mehrere Personen eine Parzelle bewirtschaften, sind dies bei uns ausnahmslos Familien oder gemeinsame Hausstände,, die auch ihren Alltag zusammen verbringen.

Die körperliche Ertüchtigung, gerade bei den vermehrt im Garten  anfallenden Arbeiten im Frühjahr, wie auch das frühzeitige Ernten von frischen Lebensmitteln gehören unbestritten zu den gesundheitsfördernden Maßnahmen. Genau aus diesem Grunde entstanden Kleingärten (Schreber-Gärten).

Wir halten den Verzicht auf Versammlungen für sehr wichtig. Dies wird bei uns auch für Kleingruppen deutlich kommuniziert. Ebenso regen wir unsere Kleingärtner an, exakt auf die Abstandsgebote, Kontaktverbote und Hygienemassgaben zu achten.

Jedoch halten wir den Nutzen, der aus einem halbwegs geordneten Frühjahrs- Betrieb auf unseren Pachtflächen entsteht, für essentiell. 

Und last but not least…immerhin marodieren Kleingärtner, die ihre Parzelle Frühjahrs-fit machen, nicht Klopapier hamsternd durch die Läden, da körperliche Betätigung auch erwiesenermaßen einen Angst reduzierenden Effekt hat.