Und gleich nochmal:) Toilettenlösungen in Kieler Kleingärten

Weil unser letzter Artikel sich als nicht mehr ganz aktuell herausstellte und wie wir meinen, das Thema auch noch immer nicht umfassend geklärt ist wollen wir hier versuchen auch die letzten Unklarheiten zu beseitigen.

Hierfür müssen wir uns vorab mit der Gartenordnung der Stadt Kiel und mit dem Thema Kompost auseinandersetzen.

Unter 6.2 der Gartenordnung der Stadt Kiel finden wir das Thema Entsorgung :

Gartenordnung der Stadt Kiel, Absatz 6.2, letzter Absatz

„Die Entsorgung tierischer und menschlicher Fäkalien  durch Kompostierung ist zulässig“. Soweit klar, ABER „unzulässig ist es, menschliche Fäkalien in UNDICHTEN Behältnissen zu sammeln, versickern zu lassen und unmittelbar an Anpflanzungen auszubrigen“

 

Diesen Punkt wollen wir nun der kürzlich erfolgen Kritik von Behördenseite an unserem letzten Artikel zum Thema gegenüberstellen und näher beleuchten.

Vorab: Eine Trockentrenntoilette IST eine Komposttoilette…eine optimierte,  quasi.

Berechtigt ist die Kritik dort wo es um Rückstände aus Medikamenten aber auch weiteren umweltschädlichen Stoffen geht, die der menschliche Körper aufnimmt und dann eben auch wieder ausscheidet. Das ist ein Thema welches erst nach und nach durch vermehrte Forschung hierzu in unser Bewusstsein rückt. 

Welches uns aber eben auch zu mehr Bewusstsein auffordert. Im Umgang mit unerer Umwelt wie auch im Umgang mit unserem Körper.

Wir meinen jedoch, dass gerade die Trockentrenntoiletten die vorrangig kritisiert wurden da eine wunderbare Lösung sind, da dort ja der Urinanteil getrennt wird, und somit „mit nach Hause genommen werden kann“, der Urinanteil ist es auch, der in klassischen Komposttoiletten die größeren Probleme bereitet, da er, wenn nicht genügend saugfähiges Substrat der Komposttoilette zugesetzt wird, den Kompost vernässt und ungünstige Fäulnisprozesse begünstigt.

Einhergehend mit ungünstigen Fäulnisprozesse findet auch immer eine vermehrte Geruchsentwicklung statt…die ja wohl kein Kleingärtner in seinem Garten gerne haben will.

Und  zu guter letzt ist die Menge an Zuschlagstoffen die man für eine gelingende Kompostierung benötigt wesentlich höher bei reinen Komposttoiletten bei denen der Urin mit gebunden werden muß, als wenn man den Urinanteil schlicht mit nach hause nimmt, und dort über die eigene Toilette entsorgt. ( übrigens hygienisch einwandfrei machbar über den bei Trockentrenntoiletten einfach entnehmbaren und dicht verschraubbaren Kanister…und wems peinlich ist mit dem Kanister zum Auto zu latschen, es gibt auch blickdichte Kanister)

Was macht jetzt einen gut geführten Kompost aus, auf dem man ohne Probleme auch Fäkalien kompostieren kann?

Zuerst einmal die gelungene Mischung aus trocknen, saugfähigen und feuchten Stoffen die dafür bürgt das bei genügender Größe des Komposthaufens der Kompost auch die Phase der Heißrotte durchläuft, in der Bakterien und Keime aber auch vermehrungsfähige  Wildkrautsamen zuverlässig abgetötet werden. Aber gerade auch in der Vorrotte lieben Pilze den Komposthaufen. Pilze sind wahre Alleskönner und können gerade auch Umweltgifte effektiv neutralisieren. Mykorrhizapilze kommen in jedem guten Gartenboden vor,  leben in Symbiose mit den Wurzeln von vielen Pflanzen helfen bei der Verrottung von organischem Material. 

Der Komposttierungsprozeß ist also ein wahrer Katalysator dessen Wirkundgsgrad verstärkt in jüngster Zeit Gegenstand unsterschiedlichster Forschungen ist.

In Maßen zugesetzte, durch die Zuschlagstoffe der Trockentrenntoiletten vorgetrockneten Fäkalien sind Nahrung und Aktivator in Einem für einen sinnvoll ablaufenden Kompostierungsprozeß.

Und zuguterletzt zum Urin: Welcher Kleingärntner kennt nicht den spontan eingegangenen Teil der Buchsbaumhecke an dessen immer selber Stelle sich ewig der geliebte Hund der Schwiegermutter erleichterte.
Welche Kleingärtnerin hatte nicht schon mal mit ähnlichem beobachtetem Effekt den Herrn Nachbarn in Verdacht, der das dritte Bier mal eben um die Ecke bringen mußte…an ihren Rosen. Schön ist anders, oder?

 

mit freundlichen Grüßen der Vorstand