Geschäftstellen-Probleme und andere Merkwürdigkeiten

Eine kleine Geschichte aus meinem Vereinsalltag. Wohlgemerkt, nicht repräsentativ, und hoffentlich bei nochmaligem Überdenken meines Gesprächspartners auch nicht so ganz ernst gemeint….

Also, ich hatte heute ein Gespräch mit einem unserer Pächter über den baulichen Zustand unserer Geschäftstelle…ein Thema zu dem ich noch nicht veröffentlicht hatte. Somit bekommt Ihr heute hier eine Zusammenfassung der Grundproblematik wie auch als Zugabe den heutigen kleinen Gesprächsausschnitt:

Wir hatten im November 2020 die Geschäftstelle für nicht mehr benutzbar erklärt, da sie nun endgültig nicht mehr beheizbar war mit den vorhandenen Mitteln. Vorab hatten wir längere Zeit ein uns von einem freundlichen Pächter geliehenes Entfeuchtungsgerät laufen. Dieser Luftentfeuchter hat eine Digitalanzeige mit der wir also ein Feuchteprotokoll erstellen konnten. In diesem Feuchteprotokoll wurde klar, das die Luftfeuchtigkeit über nacht immer wieder auch 80%+ kletterte, selbst wenn wir sie tagsüber auf unter 50% gedrückt bekamen. Eine Möglichkeit diese Schwankungen abzumildern wäre evtl gewesen die Geschäftstelle Tag- und Nacht durchgehend zu beheizen (und zu belüften) . Dies erschien uns aber wenig praktikabel, zudem reichlich teuer ( siehe Heizmethode weiter unten ) 

Uns war bevor wir all dies begannen aufgefallen, das es teilweise merklich klamm und muffig in der Geschäftstelle war. Da wir uns in den letzten zwei Jahren dort wegen hoher Arbeitsbelastung teilweise 8 Stunden + dort aufhielten wurde das Raumklima immer mehr auch zu einer gesundheitlichen Belastung für die dort arbeitenden. ( von verrosteten Tackernadeln und Büroklammern wie auch deutlichen Schimmelspuren in den Aktendeckeln will ich mal gar nicht reden.)

Wie es eine hohe Arbeitsbelastung und Streß so mit sich bringen war uns irgendwie im Unterbewußtsein wohl klar, das es da „ein Problem“ gibt…aber wie der Mensch nun mal so ist, er ist ein Verdrängungsmeister.

Geschäftstellenklima: im Sommer bruttenheiß, da kein isoliertes Dach, im Frühling, Herbst und Winter dagegen muffig, kaum beheizbar ( und wenn nur mit immensen Kosten, da es dort bislang nur eine Stromheizung gibt. Den Geplanten und angeschafften Holzofen…ja, in der Geschäftstelle darf im Gegensatz zu den Lauben einer stehen… konnten wir mangels Geld bislang nicht einbauen, da das isolierte Edelstahlrohr hierfür nochmal deutlich teuer gewesen wäre)

Kurz und gut, irgendwann war klar das das so nicht mehr weitergeht, und wir haben ein Gutachten in Auftrag gegeben. ( siehe Anhänge ) 

Wer ein bischen kundig ist in Sachen Schimmel dem dürfte klar sein, das es bei Schimmel in Innenverkleidungen und Isolationsmaterialien nicht damit getan ist, mal eben eine Stelle mit deutlicher Verfärbung rauszuschneiden, sondern das das Problem bei faserigen Materialien weit größeren Ausmaßes ist als sichtbar. Gerade auch wenn es um Allergene geht ( Schimmelsporen haben teilweise ein hohes Allergiepotential) geht es hier um deutliche gesundheitliche Relevanz, nicht nur für die darin Arbeitenden, sondern eben auch…in einer Zeit nach Corona, um die Verantwortung für die Gesundheit von Besuchern.

Mein Gesprächspartner nun heute…verharmloste das Problem gravierend, obwohl ich von ihm weiß, das er definitiv beruflich noch nicht mal in der Nähe zu Baugewerbe o.ä. Unterwegs ist. Was mich aber echt schockte war die Aussage, das wir doch nicht „ son Wind“ machen müsten. Klar, wind ist zusätzlich zu vorhnden Sporen evtl ungünstig, das geb ich zu ;)…und das man da doch mal eben ein Stück Decke rausschneiden könne.

Es gibt, nicht ganz umsonst, Standards zu Schimmelpilzbelastung in Innenräumen. Sowohl was Büros als auch Wohngebäude betrifft. Diese Standards beruhen schlicht auf Erkenntnissen die man in den letzten Jahrzehnten gewonnen hat über gesundheitsschädigende Stoffe. 

Was für mich persönlich der Sache die Krone aufsetzte war, das dieser Gesprächspartner von meinem persönlichen etwas unorthodoxen Wohnverhältnissen weiß ( sie aber persönlich nicht kennt…) und einfach mal frei vermutete, das es bei mir zu Hause doch bestimmt auch „feucht wäre“. Schon interessant so, die Vorstellungen mancher Mitmenschen. Meine Antwort ist ein klares nein. Denn meine Gesundheit gefährden tu ich zumindest vollbewußt nicht. Bei mir zu Hause gibt es zumindest keine rostigen Büroklammern, und da ich ein gnadenloser Bücherwurm bin wäre ein Feuchteproblem mir sicher nicht entgangen. Meine Bücher sind mein heiligstes. Wäre bei mir zu Hause ein solches Raumklima, würde ich mein Zuhause längst nicht mehr als mein Zuhause bezeichnen. 

Und ich hoffe, das gilt auch für die meisten von euch . 

Das ich die Brisanz in der Geschäftstelle so spät ernst genommen habe schreibe ich zum größten Teil dem Streßpegel der letzten zwei Jahre zu. Wobei ich mich im Nachhinein frage, warum ich eigentlich die Einzige bin, die es hätte bemerken müssen, wir waren ja oft genug nicht allein. Und bekanntlich gewöhnt man sich auch, sprich jeh öfter man in einem Raum ist, desto „normaler“ empfindet man es wohl. 

Nun…leztztlich berührt die Frage evtl auch unsere nächsten Wahlen: suchen wir einen Vorstand, der merkbefreit genug ist, sich in ein verschimmeltes Gebäude zu setzten, oder alternativ eben so wenig wie möglich arbeitet… ( die von-zu-Hause-aus Lösung ist keine, das ist mittlerweilen datenschutzrechtlich schlicht nicht mehr erlaubt). Oder ist uns gute Vostandsarbeit genügend wert, als das wir unseren zukünftigen Vorstand nicht solchen Bedingungen aussetzen? Immerhin arbeitet der Vorstand für uns alle. 

kurz und gut: wir haben zusätzlich zu unseren anderen, deutlich sichtbaren Problemen ( Müll in den Anlagen, ect ) auch noch ein bislang recht dezentes Problem…wir verwalten derzeit sehr improvisiert mobil, um wenigstens das Nötigste aufrecht zu erhalten, und das in einer Situation unter Corona, zusätzlich zu unseren üblichen hauseigenen Schwierigkeiten wie Störfeuer bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit durch bestimmte Pächter, wenig Beteiigung und Gemeinschaftssinn wenn es um Mitarbeit im Verein geht bei gleichzeitig hoher Anspruchshaltung an die Vorstandsarbeit.

Ich bin selbst mal gespannt, wer zukünftig noch die Kraft und den Willen hat das alles hier aufrecht zu erhalten, vor allem wenn der Lohn für diese Mühen immer noch mehr Probleme und Nackenschläge sind. 

P-S. Ach übrigens…wir haben immer noch keine vereinseigenen Computer, sprich setzen vorwiegend eigen Geräte ein, evtl mag ja mal wer was spenden 😉

PPS: das Problem ist wohl entstanden durch jahrelange schlechte Belüftung, alte unsanierte Wasserschäden ect und inzwische

PPPS: sorry die Länge, Vereinsarbeit unter Corona ist schon spreziell

PPPPS: wir sind dabei einen Ersatzbürocontainer aufzustellen um wenigsten die nötigsten Unterlagen sichern zu können, und schlagen uns aktuell mit diversen Schwierigkeiten rund um die Ersatzgestellung herum

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